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„Interkulturelle Öffnung der Kirche ist Prüfstein für Toleranz“

Kirchenpräsident Jung sieht in seinem Lagebericht auch
hoffnungsvolle ökumenische Signale aus Rom

Für eine stärkere Öffnung der evangelischen Kirche für Beschäftigte aus anderen Religionen und Kulturen hat sich der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Dr. Volker Jung am Donnerstag (25. April) ausgesprochen. Vor der in Frankfurt am Main tagenden Kirchensynode sagte er in seinem Bericht zur Lage in Kirche und Gesellschaft, dass „die interkulturelle und interreligiöse Öffnung in den Arbeitsverhältnissen ein Prüfstein für das evangelische Verständnis von Toleranz“ sei. Durch den christlichen Glauben sollten die evangelischen Kirchen „mehr Mut und Gestaltungskraft haben und nicht warten, bis sie von außen gedrängt werden, das zu tun, was sie anderen unter den Stichworten Toleranz und Integration nahelegen.“ Nach Worten Jungs kann so aus einer „Kirche für andere“ eine „Kirche mit anderen“ werden. Bisher müssen in evangelischen Einrichtungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Regel einer christlichen Kirche angehören.

Dem Nächsten nahe sein

Um den Blick auf den Nächsten und die Frage, wie Kirchengemeinden Brücken zu den Armen, Kranken und Schwachen der Gesellschaft bauen können, das war das Schwerpunktthema der Frühjahrstagung der Idsteiner Dekanatssynode. Ziel sei es, so Dekan Oliver Albrecht, trotz notwendiger Spezialisierung von Kirche und Diakonie weiterhin stark vernetzt zu arbeiten. Wörtlich sagte Albrecht: „Wir wollen die Brücken wieder entdecken, falls in der Spezialisierung das Gesamtbild aus dem Blick geraten ist.“ Keine Kirche könne ohne Verkündigung, noch ohne Diakonie existieren. In fünf Arbeitsgruppen beschäftigen sich die Synodalen intensiv damit, wie das ganz praktisch in den Kirchengemeinden aussehen kann. Sehr konkret geht die Kirchengemeinde Idstein mit ihren Konfirmanden das Thema an: Nach einer theoretischen Phase im Konfirmations-Unterricht verbringen die Jugendlichen einen Tag lang in einem Altenheim. Dort spielen sie mit den alten Menschen, gehen mit ihnen spazieren, essen gemeinsam oder gehen gar mit den Pfarrern zu kleinen Seelsorgegesprächen mit. „An diesem Tag erkunden die Konfis auch das Pflegebad und merken, wie hilflos man ist und was es bedeutet, sich anderen anzuvertrauen“, berichtete Pfarrerin Dr. Daniela Opel von ihren Erfahrungen. Auch das Sterben werde zu einem großen Thema.

Kirchenpräsident: „Reichtum ist größeres Tabu als Armut“

Dr. Volker Jung fordert offenere Debatte über Bedeutung des Wohlstands

Darmstadt, 6. März 2013. „Unausgewogen“, so kritisiert Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), den 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Nur auf rund 20 von insgesamt über 540 Seiten werde das Thema Reichtum behandelt. „Der Bericht zeigt, dass Reichtum offenbar noch mehr als Armut ein Tabuthema ist“, sagte Jung. In dem Bericht fehle eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Folgen des zunehmenden privaten Reichtums. „Doch wer darüber diskutieren will, wird leider schnell mit dem Etikett Neiddebatte belegt und mundtot gemacht“, bedauerte Jung. „Es geht aber nicht um Neid auf den Erfolg und Wohlstand einzelner, sondern um den sozialen Frieden in der Gesellschaft und eine gemeinsame Zukunft für alle“, so Jung.

Aktion „Kauf’ eins mehr“ startet wieder

Beim Einkaufen an Bedürftige denken

Mit Beginn der Fastenzeit an Aschermittwoch ( 13. Februar) rufen die Evangelischen Kirchen in der Region und das regionale Diakonische Werk bereits zum 6. Mal die Aktion „Kauf eins mehr" aus. Mitbürger und Mitbürgerinnen sind aufgerufen bei ihrem Einkauf „ein Pfund mehr“ zu kaufen und es den Tafeln im Untertaunus zu spenden. Frisches Obst und Gemüse, Molkereiprodukte und Wurstwaren werden in der Regel von den Märkten abgegeben, erläutert Claudia Kohlhaas, Leiterin des Diakonischen Werkes Rheingau-Taunus, dem Träger der beiden Tafeln im Untertaunus. „Was uns besonders fehlt, sind vor allem Lebensmittel, die lange haltbar sind, sowie Drogerie-artikel und andere Artikel des täglichen Bedarfs: Kaffee, Tee, Nudeln, Reis, Mehl, Zucker, Brotaufstrich, Konserven aber auch Seife, Windeln und andere Drogerie-artikel werden gerne genommen. Die Ausgabeteams sammeln diese Artikel so lange, bis es für alle Kunden reicht“, betont Renate Tresse-Wildenhain, die Koordinatorin der Tafeln im Untertaunus.
Mit der Aktion während der Fastenzeit, also von Aschermittwoch bis Ostern, solle das Thema stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung gebracht werden, so Claudia Kohlhaas.

"Gottes Freundlichkeit spüren" - 3. Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land"

"Gottes Freundlichkeit spüren" - 3. Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land

Mit einem gemeinsamen Läuten öffnen am 24. August die Kirchengemeinden in der Region ab 19.00 Uhr zum dritten Mal ihre Türen für die „Nacht der Kirchen in und um das Idsteiner Land“. Und es ist für jeden etwas dabei. Krimifans kommen beispielsweise in Panrod auf ihre Kosten: Vera Bleibtreu liest aus ihrem Roman „Schneezeit“. In Glashütten kommen Gedichte, Kurzgeschichten, Erzählungen und biblische Texte zu Wort. In Heftrich findet ein Talk zum Thema „Topp oder Flop? Erfolge und Niederlagen im Leben und wie man damit umgehen kann“, statt. Das Podium ist mit Lisa Bund, Eberhard Ginger, Propst Sigurd Rink und Holger Weinert prominent besetzt.
Musik spielt traditionell eine große Rolle bei der Nacht der Kirchen. Hier gibt es alles von Gospel, über Harfenklänge, Chormusik und Orgelkonzerten. Ein „kirchenmusikalischer Spaziergang zum „Jahr der Kirchenmusik“ mit Luther erklingt gleich viermal in der Nacht: nämlich in Esch, Wallrabenstein, Steinfischbach und Oberauroff. In Bad Camberg ertönen nach „Posaunen und Trompeten“ aktuelle Popsongs auf Klavier und Gitarre.
Ein wahrer Publikumsmagnet sind wieder die Kirchen- und Turmführungen. Viele Kirchen sind darüber hinaus bis Mitternacht illuminiert. Näheres entnehmen Sie bitte der beiliegenden Pressemeldung, mit der freundlichen Bitte um Beachtung und Besetzung.




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