Von Pfarrer Oliver Albrecht
In diesem nicht enden wollenden Winter ist es dem einen oder anderen plötzlich wieder so ergangen: dass etwas nicht so ging – meist nicht so fuhr, wie man wollte. Es war zu kalt, zu glatt, Pläne wurden durchkreuzt, Projekte kamen ins Rutschen. An eine Abhängigkeit von äußeren Bedingungen waren wir nicht mehr so richtig gewöhnt.
Aber dann gab es auch Momente, da atmeten Menschen auf über die von außen verordnete Zwangspause. Nicht nur die Schüler in meiner Klasse, als ihr Lehrer eines Morgens nicht aus seinem eingeschneiten Taunusdorf herauskam. Auch andere wirkten auf mich erleichtert, als wenigstens für ein paar Stunden alles nicht mehr so lief, wie wir perfekt und atemlos durchgeplant hatten: „Was für ein Geschenk!“ sagte ein Vater zu mir, den ich im Theißtal traf, als er in der Mittagszeit mit seinem kleinen Sohn einen Schneemann baute – anstatt in Erfurt an einem Meeting teilzunehmen; einem Meeting, von dem er bis vor kurzem angenommen hatte, von seinem Stattfinden würde es abhängen, ob sich die Erde weiter um die Sonne dreht. Und jetzt war es ausgefallen, weil im Januar überraschenderweise ein paar Schneeflocken gefallen waren …
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