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Feiertage - verständlich erklärt

Warum feiern wir Ostern? Was hat es mit den Drei Heiligen Königen zu tun oder was um Gottes Willen ist der Reformationstag?
Oft weiß man ein wenig, würde aber gerne mehr wissen, was es mit den Tagen auf sich hat. Pfarrer und Pfarrerinnen der Region erklären anschaulich und verständlich, worum es eigentlich geht.

 

Im Stich gelassen

Von Pfarrer Hanns-Ulrich Becker

"Bin ich es?“ So fragen die erschreckten Freunde Jesu.
Gerade sind sie noch eng verbunden gewesen. „Einer unter euch wird mich verraten“ hat Jesus gesagt. Wie – einer von ihnen sollte Jesus verraten? Undenkbar? Doch der Zweifel nagt – an jedem von ihnen. Wie beiläufig hat Jesus das gesagt: „Einer unter euch wird mich verraten.“ Er weiß, wer es sein wird und weiß zugleich, dass es jeder von ihnen sein könnte. Trotzdem schenkt er seinen Jüngern die Lebensgaben Brot und Wein. „Dieses Brot ist mein Leib, der gebrochen werden wird. Dieser Wein ist mein Blut, das vergossen werden wird. Wenn ich nicht mehr sichtbar bei euch sein werde, dann tut dies zu meiner Vergegenwärtigung. Damit bin ich mitten unter euch. Damit nehmt ihr mich in euch auf.“
Ich stelle mir vor, die Jünger Jesu haben damals beim ersten Abendmahl so wenig wie alle nach ihnen bis heute verstanden, was Jesus genau meinte.

 

Zwangspause oder Pause von den Zwängen?

Von Pfarrer Oliver Albrecht

In diesem nicht enden wollenden Winter ist es dem einen oder anderen plötzlich wieder so ergangen: dass etwas nicht so ging – meist nicht so fuhr, wie man wollte. Es war zu kalt, zu glatt, Pläne wurden durchkreuzt, Projekte kamen ins Rutschen. An eine Abhängigkeit von äußeren Bedingungen waren wir nicht mehr so richtig gewöhnt.
Aber dann gab es auch Momente, da atmeten Menschen auf über die von außen verordnete Zwangspause. Nicht nur die Schüler in meiner Klasse, als ihr Lehrer eines Morgens nicht aus seinem eingeschneiten Taunusdorf herauskam. Auch andere wirkten auf mich erleichtert, als wenigstens für ein paar Stunden alles nicht mehr so lief, wie wir perfekt und atemlos durchgeplant hatten: „Was für ein Geschenk!“ sagte ein Vater zu mir, den ich im Theißtal traf, als er in der Mittagszeit mit seinem kleinen Sohn einen Schneemann baute – anstatt in Erfurt an einem Meeting teilzunehmen; einem Meeting, von dem er bis vor kurzem angenommen hatte, von seinem Stattfinden würde es abhängen, ob sich die Erde weiter um die Sonne dreht. Und jetzt war es ausgefallen, weil im Januar überraschenderweise ein paar Schneeflocken gefallen waren …

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Gesegnete Weihnachten

Von Pfarrer Markus Eisele

„Gesegnete Weihnachten!“ Am 6. Januar habe ich meinen Freund Sergej angerufen und ihm ein frohes Fest gewünscht. Falls Sie sich jetzt wundern, Sergej hat sich nicht gewundert. Denn Sergej ist aus Rußland – er ist orthodoxer Christ. Und feiert Jesu Geburt erst Anfang Januar. Die russisch-orthodoxe Kirche begeht Weihnachten zwei Wochen später als die westlichen Kirchen (also die katholischen und evangelischen Kirchen). Nur warum? Zur Antwort führt die Frage nach dem zweitältesten christlichen Fest.

Ostern, so viel ist klar, ist das älteste christliche Fest – gefeiert seit es christliche Gemeinden gibt. Und das zweitälteste Fest? Die meisten dürften hier auf Heiligabend tippen. Naheliegend, aber leider nicht richtig. Zwar ist für viele Heiligabend ein wichtiger Feiertag. Tatsächlich gibt es den Heiligabend aber noch gar nicht so lange (wenn man 2000 Jahre Christentum betrachtet), nämlich seit 500 Jahre. Da verlagerte sich der Mitternachtsgottesdienst des Weihnachtstages auf den Vorabend und dann weiter auf den Nachmittag – mit allem, was dazu gehört: Weihnachtsgeschichte, Krippenspiele und festlicher Chorgesang im Gottesdienst.
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Neujahr 2010

Von Pfarrerin Birgit Hamrich

Feuerwerkskörper knallen und zischen durch die Luft. Die Glocken der umliegenden Kirchen beginnen zu läuten. Ein Lichtermeer erhellt für wenige Augenblicke den Himmel. Der Lärmpegel ist so hoch, dass man sein eigenes Wort nicht versteht. Aber das macht nichts. In diesen Augenblicken hat jeder mit sich selbst genug zutun. Und dann, plötzlich, ist es, als würde sich ein Tor oder zumindest eine Tür öffnen: Menschen umarmen sich, rufen sich gute Wünsche zu. Hoffen auf neues Spiel und neues Glück.
Jeden Tag wird diese Schwelle zwischen Gestern und Morgen überschritten. Doch selten wird sie so bewusst erlebt wie beim Jahreswechsel. Und eigentlich ist es eine künstliche Markierung, diese Grenze zwischen Silvester und Neujahr. Die Zeit fließt am 1. Januar genau so schnell oder langsam weiter, wie am 31. Dezember auch. Die Erde folgt ihrem Lauf durch das Weltall genauso wie bisher – und wir mit ihr. Und dennoch ist der Jahreswechsel eine Begrenzung. Eine, wie ich finde, wohltuende Begrenzung. Mit dem, was gewesen ist – so wie es war –, mit diesem Anschnitt des Lebens kann Frieden geschlossen werden. Das Jahr 2009 steht nun fest. Das Geschehene ist nicht mehr veränderbar. Verpasste Chancen bleiben verpasst. Und umgekehrt kann niemand die wunderschönen, beglückenden und bereichernden Momente nehmen. Sie stehen für Ihr ganz persönliches Jahr 2009.
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Datum Download
25.03.2010 Karfreitag.doc
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10.02.2010 Pause von den Zwängen
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02.02.2010 2010-Epiphanias.doc
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02.02.2010 2010_Neujahr.doc
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